Die Teilnehmer des „Forum Management 2.0“, einer Veranstaltung des Leitbetriebe Instituts, kommen zu dem Schluss: Kurzfristiges Gewinndenken ist keine Unternehmensstrategie für langfristigen Geschäftserfolg.
Nachhaltiges Management war das Thema einer Diskussion von rund 60 Gästen, Ende November im futuristischen Gewächshaus des Botanischen Gartens in Graz. Geladen hatten die Leitbetriebe Austria, das Leitbetriebe Institut sowie die Fokus Prinzip Management-Beratung zur Auftaktveranstaltung der Reihe „Forum Management 2.0 – die Zukunft der Unternehmensführung“.

„Management 2.0 unterscheidet sich von herkömmlichen Management-Ansätzen, weil es Shared Values („geteilte Werte“) schaffen will, anstatt nur Shareholder Value“, erklärte Dr. Peter Haric, Leiter des Leitbetriebe Instituts, einleitend. „Übersetzt: Ich kann nur dann Wettbewerbsvorteile dauerhaft erarbeiten, wenn ich vom Lieferanten über die Mitarbeiter, Kunden, Gesellschaft bis zur Umwelt Nutzen stifte“, so Mag. Monica Rintersbacher, Marketingleiterin der Leitbetriebe Austria, ergänzend.

Unangreifbare Marktstellung durch nachhaltigen Markenaufbau

Dr. Himmel, Nachhaltigkeitskoordinator des Landes Steiermark, sieht gerade in der nachhaltigen Wertorientierung den wesentlichen Wettbewerbsfaktor der erfolgreichen Unternehmen in der Steiermark. Unternehmen wie Zotter, KWB und andere steirische Betriebe zeigen: „Eine unangreifbare Marktstellung jenseits reinen Preiswettbewerbs entsteht durch eine integrierte Strategie. Nur Kundenorientierung reicht nicht mehr“, betonte Dr. Michael Weiss zu Beginn der Podiumsdiskussion.

„Der Aufbau unserer nachhaltigen Marke fängt in der Tat bereits bei den Lieferanten an. Wir schauen nicht nur auf die Qualität der Rohstoffe, sondern auch: Wie wird der Kakao produziert, welche Arbeitsbedingungen herrschen, wie verändert sich die Umwelt in den Herkunftsländern“, so Josef Zotter von Zotter Schokolade.
Erwin Stubenschrott ergänzte, dass eine erfolgreiche Marke von innen nach außen wirkt: „Die Mitarbeiter sind der Ausgangspunkt für die Entwicklung einer starken, nachhaltig erfolgreichen Marke. Hier muss das Markenmanagement ansetzen, damit der Unternehmenserfolg entsteht.“

Wettbewerbsvorteil durch nachhaltigen Wissensaufbau

Podium und Publikum waren sich einig, dass der Unternehmenserfolg der diskutierten Unternehmen wie Sonnentor, KWB, Zotter und DM nur auf der Schaffung einer alle Unternehmensbereiche übergreifenden Markenführung möglich ist. Zotter betonte, dass für ihn Marke die Zusammenfassung der Philosophie, Werte und Kultur des Unternehmens ist und sich darin sein langfristiger Geschäftserfolg begründe.

„Das Leitbetriebe Austria Institut, eine Initiative der Leitbetriebe Austria, will mit der Veranstaltungsreihe „Management 2.0 – die Zukunft der Unternehmensführung“ die Denktradition des Begründers der Management-Lehre – dem Österreicher Peter Drucker – fortsetzen“, so Heinz Hoffer, Geschäftsführer Leitbetriebe Austria. In vier Veranstaltungen in 2012 werden mit Leitbetrieben im nachhaltigen Management Ansatz und Praxis modernen, wettbewerbsfähigen Managements erkundet. Das Wissen wird zusammengefasst und zu einem Handbuch mit Best-Practice-Beispielen ausgearbeitet.

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