Austropack Interview des Monats

Vom Manager zum Unternehmer

4. Februar 2016, 10:59

Geschäftsführer eines mittelständischen Familienunternehmens – eigentlich stand dies nicht in Stefans Chalupniks Lebensplanung. Aber wie das Leben so spielt, ist er seit 2013 Geschäftsführer der G. Coreth Kunststoffverarbeitungs GmbH – und kam mit den denkbar schlechtesten Voraussetzungen ins Unternehmen. Jenseits amerikanischer Konzernstrukturen sieht er sich nun den Herausforderungen eines Familienunternehmens mit reichlich Familie gegenüber.

Herr Chalupnik, wie sind Sie zu Coreth gekommen?
Ich habe an der WU studiert, mich auf Klein- und Mittelbetriebe, Produktionsmanagement und Logistik spezialisiert. Nach dem Studium war ich zuerst in der Beratung tätig, dann bin ich zu IBM gekommen. Mein Schwiegervater, Georg Coreth, hat mich bereits 2007 gefragt, ob ich nicht ins Familienunternehmen einsteigen möchte. Das war jedoch nie mein Lebensplan. Da schon genug Familie im Unternehmen war, da musste ich nicht auch noch mitmischen. Bei IBM war ich ganz gut aufgestellt, ich war Prokurist, kaufmännischer Direktor von IBM GTS Österreich.

Und dennoch sind Sie heute bei Coreth.
Ja. Ende 2010 fragte mich mein Schwiegervater erneut ob es mich nicht doch interessieren würde, er selbst wolle langsam etwas kürzer treten. Das musste ich mir genau überlegen, da ich kein „Jobshopper“ bin und auch auf beiden Seiten keine unnötige Enttäuschung wollte. Wir haben uns daraufhin ein Vierteljahr über regelmäßig zusammengesetzt und sind alle möglichen Szenarien durchgegangen. Im Frühsommer 2011 habe ich dann mit Überzeugung gesagt, ok, ich mache es. Im Sommer habe ich mich von IBM getrennt und mir zwei Monate Auszeit gegönnt, um mich gedanklich umzustellen, von einem großen Konzern auf einen Familienbetrieb.

Im Oktober bin ich dann bei Coreth eingestiegen und habe erstmal alle Bereiche im Unternehmen durchlaufen. ich wollte zuerst das gesamte Unternehmen kennenlernen, einen Blauen anziehen, in der Produktion dabei sein, Nachtschichten miterleben. Das stieß teilweise auf Verwunderung. Für mich war es aber wichtig, da ich ja nicht aus der Branche komme. Es hat mir viel gebracht, vor allem Akzeptanz, denn ich hatte die schlechtesten Einstiegsvoraussetzungen: Ich habe studiert, ich komme von einem großen amerikanischen Konzern und ich bin der Schwiegersohn. Aber ich habe in diesen 15 Monaten auch viel gelernt. Am 1. Februar bin ich dann Geschäftsführer der Firma Coreth geworden.

Das ganze Interview

Titelfoto: Mag. Stefan Chalupnik, Geschäftsführer G. Coreth Kunststoffverarbeitungs GmbH
Fotocredit: G. Coreth Kunststoffverarbeitungs GmbH

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