• Rasanter Aufstieg Österreichs vom drittletzten auf den zweiten Platz in der EU
  • Familienministerin Karmasin setzt auf Vernetzung vorbildlicher Betriebe
  • Weniger Krankenstand, geringere Fluktuation, höhere Mitarbeitermotivation

Lange wurde in österreichischen Unternehmen über Familienfreundlichkeit vor allem geredet, doch nun zeichnen sich immer klarer tatsächliche Verbesserungen ab. So machte Österreich laut einer aktuellen Studie zur Familienfreundlichkeit einen großen Sprung nach vorne und rangiert nun bereits EU-weit auf dem zweiten Rang. Noch vor vier Jahren war Österreich nur an drittletzter Stelle zu finden gewesen. Bei einem von der Exzellenzplattform Leitbetriebe Austria gemeinsam mit dem Netzwerkpartner Schmidt Holding veranstalteten Wirtschaftsgespräch stimmten Unternehmer und Manager heimischer Leitbetriebe dennoch mit Familienministerin Sophie Karmasin überein, dass weitere Verbesserungen notwendig und möglich seien.

Politik braucht Leitbetriebe als Multiplikatoren
„Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. Für Eltern ist das ebenso ein Thema wie für Angehörige pflegebedürftiger Menschen“, sagt Familienministerin Sophie Karmasin. „Die Politik kann hier entsprechende Rahmenbedingungen und Anreize schaffen. Aber damit familienfreundliche Strukturen in den österreichischen Unternehmen zu einer Selbstverständlichkeit werden, brauchen wir möglichst viele Leitbetriebe, die eine Vorreiterrolle spielen und diese auch aktiv kommunizieren. Wenn die heimischen Leitbetriebe zeigen, dass sie von Familienfreundlichkeit selbst am meisten profitieren, dann wird sich dieses Danken auch in der Breite durchsetzen.“

Familienfreundlichkeit als Trumpf im „War for talents“
Leitbetriebe Austria-Geschäftsführerin Monica Rintersbacher ortete einen fundamentalen Wandel in der Herangehensweise der Unternehmen an das Thema Vereinbarkeit: „Früher lautete die Frage, ob man sich Familienfreundlichkeit leisten könne: Heute fragen sich Unternehmen allenfalls noch, ob sie es sich leisten können, ihren Mitarbeitern keine Lösungen anzubieten, um Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen und so vielleicht die besten Köpfe zu verlieren. Zumindest bei den heimischen Leitbetrieben hat sich die Erkenntnis, dass Familienfreundlichkeit der wichtigste Trumpf im ,War for talents‘ ist, bereits voll durchgesetzt.“

Familienfreundliche Arbeitszeiten bringen Kostenersparnis
Karl Dauerböck, Geschäftsführer des Reinigungsunternehmens Schmidt Holding, betont die wirtschaftlichen Vorteile der Familienfreundlichkeit. „Im Gebäudemanagement sehen wir einen großen Vorteil durch die Tagreinigung mit ihren familienfreundlichen Arbeitszeiten, vor allem im Hinblick auf durch Fluktuation oder Krankenstände entstehende Kosten.“ So habe ein deutscher Bevölkerungswissenschaftler die Daten von tausenden Reinigern ausgewertet und herausgefunden, dass die Werte für starkes Stressempfinden, schlechte Gesundheit und depressive Verstimmungen doppelt so hoch sind, wenn Dienstnehmer ihren Job als Zwang erleben. „Seit es bei uns weniger Schichten nach dem klassischen Bürodienstschluss gibt, konnten wir diese Risikofaktoren senken, die Jobzufriedenheit unserer Mitarbeiter deutlich erhöhen und damit auch die Kostenbelastung durch häufigen Personalwechsel reduzieren.“

Flexibilität statt starrer Regeln
Bei aller Bedeutung familienfreundlicher Strukturen betonten die Praktiker aus den österreichischen Leitbetrieben durchwegs, dass die richtigen Regeln allein nicht ausreichten: Wichtig sei es auch, bei konkreten Problemen menschliche Lösungen zu finden, auch wenn Mitarbeiter darauf keinen rechtlichen Anspruch hätten. „Der Schlüssel ist, Mitarbeitern nicht nur als Arbeitskräften, sondern als Menschen zu begegnen“, erklärt Leitbetriebe Austria-Geschäftsführerin Rintersbacher. „Dabei darf es nicht nur um die berühmten, besten Köpfe gehen. In einem Unternehmen, das Familienfreundlichkeit wirklich lebt, sind die Sorgen und Anliegen einer Hilfskraft genauso wichtig wie die der ,unverzichtbaren` Führungskräfte.“

Die ausführliche Presseaussendung finden Sie hier.

Copyright: Roland Pelzl /cityfoto

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