Reißeck II+ Stollenanschlag für Pumpspeicher-Kaverne NRAbg. Erwin Angerer, Karl Heinz Gruber (VHP), Hubert Wetschnig (CEO HABAU Group), LR Sara Schaar, Michael Strugl (CEO VERBUD), Achim Kaspar (COO VERBUND), Michael Amerer (VHP); Copyright: VERBUND

„Grüne Batterie“: Neues Kavernenkraftwerk auf 2.300 Meter Seehöhe

Baustart am Reißecker-Seenplateau in Kärnten: VERBUND-Vorstandsvorsitzender Michael Strugl und Tunnelpatin Landesrätin Sara Schaar nahmen im Beisein weiterer Ehrengäste gemeinsam mit der ausführenden Baufirma den Stollenanschlag für das Pumpspeicherkraftwerk Reißeck II plus vor. VERBUND investiert aktuell in die Modernisierung und Erweiterung der Kärntner Kraftwerksgruppe Malta-Reißeck 160 Millionen Euro, um auch künftig die gesteigerte Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien bedarfsgerecht zwischenspeichern zu können.

Bereits im Jahr 2030 soll in Österreich die Stromerzeugung bilanziell zu hundert Prozent aus erneuerbaren Energiequellen stammen. Mit dem verstärkten Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion steigt auch der Bedarf, diese wetterabhängig schwankende Stromproduktion möglichst effizient auszugleichen: „Das Vorhandensein von großen und flexiblen Pumpspeicherkraftwerken ist fundamental für das Gelingen der Energiewende in Richtung einer CO2-freien Stromversorgung. Mit dem neuen Pumpspeicherkraftwerk Reißeck II plus stärken wir als VERBUND die grüne Batterie in den Alpen“, sagte VERBUND-Vorstandsvorsitzender Michael Strugl heute am Reißecker Seenplateau hoch über dem Kärntner Mölltal anlässlich des Stollenanschlags für das neue Pumpspeicherkraftwerk.

Reißeck II plus wird als Kavernenkraftwerk vollständig im Inneren des Berges errichtet und als Ergänzung des 2016 in Betrieb genommenen Kraftwerks Reißeck II den Höhenunterschied zwischen den beiden Mühldorfer Seen am Reißecker Seenplateau nutzen. Zwei moderne Pumpturbinen mit einer Leistung von insgesamt 45 Megawatt können bei Stromüberschuss erneuerbare Energie speichern und bei Strommangel in Strom rückverwandeln. VERBUND-COO Achim Kaspar: „Gerade diese großtechnischen Anlagen sind es, welche eine Integration der volatilen Erzeugungsformen unter Aufrechterhaltung der für den Wohlstand in Österreich so wichtigen Systemstabilität technisch überhaupt erst möglich machen.“

Mit dem Stollenanschlag wurden heute die Bauarbeiten im Berg aufgenommen. Der symbolische Stollenschuss, die erste Sprengung, erfolgte durch die Tunnelpatin Landesrätin Sara Schaar: „Die wichtigste Funktion dieses zukünftigen Kraftwerks wird sein, rasch abrufbare Energie in das Netz zu bringen. Damit wird es ein wichtiger Baustein, wenn es darum geht,  Stromspitzen abzudecken und die Netzstabilität sicherzustellen“, sagte Landesrätin Sara Schaar und wünschte allen Mineuren und am Bau Beteiligten eine gesunde und unfallfreie Zeit.

Erneuerung und Erweiterung der Kraftwerksgruppe Malta-Reißeck schafft neue Grünstrom-Speicherleistungen
Im Sinne einer noch besseren Nutzung bestehender Ressourcen setzt VERBUND parallel zum Bauprojekt Reißeck II plus in der gesamten Kraftwerksgruppe Malta-Reißeck umfassende Modernisierungsmaßnahmen um: „Aktuell werden die jeweils 40 Jahre alten Pumpturbinen im Kraftwerk Malta-Oberstufe und Pumpen im Kraftwerk Malta-Hauptstufe erneuert, und das mehr als 60 Jahre alte Pumpwerk Hattelberg wird durch eine moderne Pumpe im Krafthaus Kolbnitz ersetzt“, sagte Karl Heinz Gruber, Geschäftsführer der VERBUND Hydro Power GmbH. „Gemeinsam mit der für Ende 2023 geplanten Inbetriebnahme des Kavernenkraftwerks Reißeck II plus wird die gesamte Kraftwerksgruppe Malta-Reißeck eine Turbinenleistung von mehr als 1.500 Megawatt aufweisen und damit die mit Abstand leistungsstärkste Kraftwerksgruppe sein.“

Mit den Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Erweiterung kann die „grüne Batterie“ in Kärnten künftig noch schneller und leistungsstärker Flexibilität für das Stromsystem zur Verfügung stellen. Und dies ohne neue Dämme, vollkommen unterirdisch und mit einer Reihe von Umweltmaßnahmen: „Wir schaffen hier in der Region mit einer Gesamtinvestition von 160 Millionen Euro nicht nur neue technische Dimensionen, wir setzen auch einen ganz wichtigen Impuls für die heimische Wirtschaft“, sagte Michael Amerer, Geschäftsführer der VERBUND Hydro Power GmbH. „Immerhin führt dieser Betrag zu einem Wirtschaftsimpuls von zusätzlichen 100 Millionen Euro mit einem großen Anteil in Kärnten und Österreich.“

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