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REIWAG – Viktor Wagner: Amerika investiert – China produziert – Europa reguliert (Gastkommentar)

Im Gastkommentar erklärt Viktor Wagner, warum Europas wirtschaftliche Entwicklung heute unter wachsendem Regulierungsdruck zu einem zentralen betriebswirtschaftlichen Spannungsfeld geworden ist. Besonders Unternehmen und wirtschaftspolitische Entscheidungsträger stehen dabei im Fokus.

Wir haben in Europa vor allem vier gewaltige Herausforderungen:

  1. Staatsfinanzen
  2. Bürokratieabbau
  3. Arbeitsmarkt
  4. Energie

Vorweg möchte ich festhalten, dass ich ein glühender Befürworter der Europäischen Union bin, jedoch hinterlassen die Auswirkungen des Bürokratiemonsters Brüssel in der Wirtschaft schwere Spuren und schaffen Verunsicherung.

Als Beispiele dafür darf ich einige mehr als verunglückte Verordnungen anführen:

  1. Verbrennerverbot (nur in der EU und in Kalifornien verabschiedet). Die deutsche Autoindustrie ist schwerst geschädigt. Beispiel: VW muss ca. 50.000 Mitarbeiter verabschieden, Stellantis verzeichnete durch ein Fehlinvestment in Elektroautos einen Verlust von 66 Milliarden Euro.
  2. Lieferkettenrichtlinie – diese musste mehrmals revidiert werden, weil sie ansonsten undurchführbar gewesen wäre und den Unternehmen riesige Strafzahlungen aufgezwungen hätte.
  3. Methanverordnung – diese wurde vor kurzem von der EU nahezu zur Gänze zurückgenommen.
  4. ESG – eine schwere Belastung für die Immobiliengesellschaften.
  5. Dienstwagenverordnung – wer braucht so etwas?

Der österreichische Ökonom Joseph Schumpeter erkannte einst hinter der wirtschaftlichen Entwicklung den Prozess der „schöpferischen Zerstörung“:

Neues entsteht, indem Altes verschwindet. Österreich verhindert diesen Prozess jedoch systematisch und klammert sich am Alten beharrlich fest.

Der frühere Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl, hat ein sehr wichtiges Zitat geprägt:

„Geht es der Wirtschaft gut, geht es den Menschen gut!“

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