v.l.n.r.: Mag. pharm. Florian Fritsch (Eigentümer der Richter Pharma AG) und Mag. Roland Huemer (CEO Richter Pharma AG) © Jürgen Grünwald

Richter Pharma wächst weiter und verdreifacht Produktion in Österreich

Produktion ausgebaut, Belegschaft verstärkt, Umsatz erhöht

Die Richter Pharma AG feiert heuer ihr 450-Jahr-Jubiläum und blickt auf ein histori-sches Meilensteinjahr 2025 zurück. Das Familienunternehmen erreichte mit seinen vier Geschäftsfeldern neue Höchststände bei Umsatz und Beschäftigtenzahl. Mit kräf­tigen Investitionen setzte der Konzern nachhaltige Impulse für Innovation, Digitalisie­rung und Versorgungssicherheit am Standort Oberösterreich.

Die Richter Pharma AG mit Sitz in Wels zählt zu den wenigen namhaften Pharmaproduzenten in österreichischer Hand und zu den führenden Distributoren im Pharmabe­reich. Das Unternehmen mit heuer 450-jähriger Geschichte ist in vier Geschäftsfeldern tätig:

„Wir produzieren veterinärmedizinische Arzneimittel. Mit der Herstellung von sterilen Injektionslösungen spielen wir in der ‚Champions League der Arzneimittelproduktion‘. Darüber hin­aus erzeugen wir hochwirksame Nahrungsergänzungsmittel für den Humanbereich und sind zusätzlich vollsortierter nationaler Pharmahändler für Mensch und Tier“, erklärt Roland Hue­mer, CEO der Richter Pharma AG.

Damit übernimmt der Richter Pharma Konzern eine zentrale Rolle in der Gesundheitsver­sorgung Österreichs und trägt als systemkritisches Unternehmen besondere Verantwor­tung. „Wir arbeiten täglich daran, die Versorgung im Human- und Veterinärbereich auf ho­hem Niveau sicherzustellen und weiter zu verbessern“, betont Huemer und ergänzt: „Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eine große Herausforderung.“

Denn besonders in Teilsegmenten wächst der Druck durch steigende Kosten und staatliche Preisdeckelungen. „Wir warnen vor der Entwicklung bei niedrigpreisigen Humanarzneimitteln. Denn mangels freier Preiskalkulation wird es für Hersteller, Großhändler und Apotheken immer herausfordernder, hier die Versorgung sicher zu stellen“, betont Roland Huemer. Das kann zu spürbaren negativen Auswirkungen für Patientinnen und Patienten führen: Die zu­verlässige und rasche Verfügbarkeit aller Medikamente könnte schon bald der Vergangen­heit angehören. Eine Lösung wäre die gesetzliche Möglichkeit der Indexanpassung sowie eine Neuregelung der Vergütung für den Pharmagroßhandel.

Insgesamt kann Richter Pharma eine sehr positive Konzernbilanz für 2025 ziehen:

  • Der Konzernumsatz stieg auf EUR 941 Mio.
  • Das EBT lag bei rund EUR 12,5 Mio., das EBITDA bei EUR 18,2 Mio.
  • Die Zahl der Mitarbeiter:innen erhöhte sich auf 491.

„Das sind Top-Werte, die wir gemeinsam als Team erreicht haben und auf die wir sehr stolz sind“, betont Roland Huemer, CEO der Richter Pharma AG. „Gleichzeitig zeigt der im Ver­hältnis zum Umsatz begrenzte Ertrag, wie stark Teile der Gesundheitsversorgung unter wirt-schaftlichem Druck stehen. Das ist einer der Gründe, warum wir uns strategisch immer stär­ker Richtung Hersteller entwickeln.“

Gemeinsame Mission: „Europa zum starken Player der Pharmaforschung und Medikamentenproduktion machen“
Aktuelle geopolitische Entwicklungen zeigen nach der Coronakrise erneut den Handlungsbe­darf Europas, zentrale Säulen seiner medizinischen Versorgungssicherheit zu stärken. Dazu zählt vor allem die Entwicklung und Produktion von Medikamenten und Wirkstoffen vor Ort.

„Europa muss im Bereich der Human- und Veterinärmedizin wieder eine tragende Rolle übernehmen und Produktionskapazitäten sichern bzw. zurückholen“, betont Roland Huemer. Für diese dringend notwendige Entwicklung brauche es ein enges Zusammenspiel zwischen Politik, der Pharmabranche und leistungsstarken Leitbetrieben wie Richter Pharma. „Wir brauchen für Österreich eine langfristig ausgerichtete Life-Sciences-Strategie, die den Stand­ort für Forschung und Produktion noch attraktiver macht“, fügt Huemer hinzu.

In der Tiergesundheit ist Richter Pharma 2025 diesen wichtigen Entwicklungsschritt schon gegangen: Die Tochtergesellschaft VetViva Richter in Wels nahm ihren neuen Produktionskomplex mit einem Investitionsvolumen von EUR 35 Millionen in Betrieb. Damit verdrei­facht das Unternehmen seine Produktionskapazitäten im veterinärmedizinischen Bereich und baut seine Kompetenz bei Schmerzmitteln für Tiere weiter aus.

„Mit der Verdreifachung unserer Produktionskapazitäten erhöhen wir die tiermedizinische Versorgungssicherheit und schaffen zusätzliche Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Re-gion“, betont Roland Huemer. Bis 2030 werden es 1.500 Produktzulassungen sein – ein für die Branche großer Wert.

Auch im Bereich Humanmedizin setzt Richter Pharma im Bereich der Immunstärkung nach­haltige Wachstumsschritte. So wird die erfolgreiche Produktlinie Supamun® sukzessive er­weitert. Ergänzend zum Flaggschiffprodukt „Supamun® Akut“ sind weitere Spezialnahrungs-ergänzungsmittel in Entwicklung. „Aus der Kraft eines gestärkten Immunsystems entsteht echte Lebensenergie. Mit unseren Präparaten bieten wir ein ganzheitliches Produktportfolio für körperliche und mentale Stärke“, ist Roland Huemer überzeugt.

Eine leistungsfähige Pharmalogistik gilt als weitere wichtige Säule der Versorgungssicher­heit. Richter Pharma übernimmt hier mit der Pharma Logistik Austria umfassende Leistun­gen für das Gesundheitssystem. „Unsere Pharma Logistik Austria feiert dieser Tage ihr 20-jähriges Bestehen! Wir haben uns mit der PLA ein hervorragendes Standing erarbeitet. Zu unseren Kunden zählen namhafte internationale Konzerne, die uns komplexe Logistikaufga-ben wie zum Beispiel für Spezialkrebsmedikamente übertragen“, streicht Roland Huemer hervor.

Digitale Transformation wesentlicher Erfolgsfaktor
Digitale Systeme und Tools bringen auch im Pharmabereich große Chancen für mehr Effizi­enz, Stabilität und Kundennutzen mit sich. „Wir überprüfen unsere Kernprozesse laufend und digitalisieren sie dort, wo es wirtschaftlich sinnvoll und technisch möglich ist. Hinzu kommen Fokusprojekte mit dem Einsatz von künstlicher Intelligenz“, erklärt Roland Huemer.

Das gilt auch für das Leistungsangebot: Ein Beispiel ist die App eltiga®. Tierhalter:innen und Tierärzt:innen können damit alle medizinischen Daten rund um ein Tier zentral verwalten und jederzeit abrufen.

Zusätzlich bietet die App eine Bestellfunktion für Futter oder Zubehör direkt beim Tierarzt.

„Diese Funktion wird von den Tierbesitzern stark genutzt und erleichtert gleichzeitig die Lager­haltung und Abrechnung in den Tierarztpraxen“, streicht Roland Huemer hervor.

„Vorne bleiben“ – das geht nur mit konsequenter Arbeit
Gesundheit ist und bleibt ein zentrales Thema unserer Gesellschaft. Wirksame Medikamente, moderne Therapien sowie eine sichere und verlässliche Versorgung sind zentrale Pfeiler einer leistungsfähigen Gesundheitsversorgung. Wer international vorne bleiben will, muss kontinuierlich weiterentwickeln, Innovationen voran­treiben und konsequent an Verbesserungen arbeiten.

Richter Pharma setzt auf den Forschungs- und Wirtschaftsstandort Österreich. „Allein durch unsere neue VetViva-Produktion werden wir in diesem Bereich bis 2030 170 attraktive Arbeits­plätze sichern“, berichtet Roland Huemer und ergänzt:

„Erfolg ist aber kein Selbstläufer. Die Wettbewerbsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandortes und die Zukunftsfähigkeit unseres Gesundheitssystems müssen im Schulterschluss mit der Politik derzeit hart erarbeitet werden.“

Für den nachhaltigen Wohlstand unserer Gesellschaft lohne es sich dafür gemeinsam zu kämpfen.

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