Mag. Thomas Schwabl, GF Marketagent / Copyright: Marketagent

Wie digital sind Österreichs KMUs? Welche Veränderungen das Corona-Jahr in Punkto Digitalisierung mit sich gebracht hat

Wie hat sich die Digitalisierung in Unternehmen während der Corona-Krise verändert und wie sehr wird diese befürwortet? Welche Herausforderungen bringt sie mit sich, welche Möglichkeiten bietet sie? Diese Fragen hat das Online Marktforschungsinstitut Marketagent zusammen mit der special interest Plattform www.MedienManager.at an Marketingentscheider*innen und Geschäftsführer*innen in heimischen Klein- und Mittelunternehmen gestellt, die in Entscheidungen im Bereich Digitalisierung in ihrem Unternehmen eingebunden sind.  Ergebnis: Die Corona-Krise hat – wenig überraschend – viele dazu gebracht, sich vermehrt mit dem Thema zu beschäftigen und zwar nachhaltig: So wollen die meisten der Digitalisierung auch nach der Krise mehr Raum geben.

Fact Box:

• 56,9% der KMUs setzen sich intensiv mit dem Bereich Digitalisierung auseinander
• 6 von 10 Unternehmen gelingt es gut, Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern
• Videokonferenzen stiegen während Corona im Schnitt von 1,2 auf 5,7 pro Woche
• Mehr als die Hälfte hat sich zum Thema schon einmal professionell beraten lassen
• 44,2% haben bereits eine Digitalisierungsstrategie im Unternehmen implementiert
• 43,5% haben einen eigenen Digitalisierungsverantwortliche*n
• Digitalisierungsmaßnahmen haben 31,3% vor stärkeren Rückschlägen bewahrt

Digitalisierung in der Corona-Krise
Corona hat ein klares Umdenken in Sachen Digitalisierung bewirkt: Während sich vor der Krise nur 41,5% der Befragten intensiv mit dem Thema beschäftigt haben, sind es aktuell 56,9%. Und das soll nicht nur so bleiben, sondern auch noch zulegen: So planen 64,8%, sich nach der Pandemie verstärkt damit auseinandersetzen zu wollen. Am meisten äußerten diesen Wunsch Befragte in Unternehmen mit 50 oder mehr Mitarbeiter*innen: Hier wollen sich zukünftig gar 91% dem Bereich Digitalisierung intensiv widmen.

Intensive Beschäftigung mit Digitalisierung im Unternehmen
VOR der Corona-Krise41,5%
Aktuell56,9%
Zukünftig (NACH der Corona-Krise)64,8%
n = 480 | Top-2-Box: sehr + eher intensiv (5-stufige Skalierung)

Auf die Digitalisierungsstrategie im Unternehmen hatte Corona jedoch nur eine bedingt große Wirkung: So haben lediglich 8,8% eine solche im Zuge des vergangenen Krisenjahres erarbeitet, bei 16,7% ist sie erst zukünftig geplant. Gut ein Drittel hat schon vor der Krise eine Digitalisierungsstrategie im Unternehmen implementiert, bei 36,7% ist sie auch in Zukunft nicht geplant. Dabei ist rund ein Viertel der Ansicht, dass die Corona-Krise Auslöser für das Setzen längst nötiger Digitalisierungsschritte war. 23,5% der Befragten bezeichneten sie gar als Weckruf für ihr Unternehmen. Und das zurecht, denn ein Drittel ist davon überzeugt, dass bereits in der Vergangenheit gesetzte Maßnahmen im Bereich der Digitalisierung ihr Unternehmen vor stärkeren Rückschlägen bewahrt haben.

Herausforderung Digitalisierung
6 von 10 sehen die Entwicklung in Punkto Digitalisierung im eigenen Betrieb im Vergleich zur Branche positiv. Dabei hat sich gut die Hälfte schon einmal unter die Arme greifen lassen und professionelle Beratung in Anspruch genommen. Und wie sieht es mit der Zuversicht aus, dass ihr Unternehmen der Herausforderung Digitalisierung auch weiterhin gewachsen ist? Die meisten sehen der Zukunft optimistisch entgegen und sind davon überzeugt, dass ihr Unternehmen in 5 Jahren in Sachen Digitalisierung fortschrittlicher dastehen wird als andere ihrer Branche.

Eine kleine Gruppe zeigt sich hingegen skeptisch. So meinen 11%, dass sie durch die Corona-Krise zu einer digitaleren Arbeitsweise gezwungen wurden, die sie eigentlich gerne wieder rückgängig machen würden. Laut dem Empfinden von 16,7% birgt die Digitalisierung Risiken für ihren Betrieb, in 12,5% der Unternehmen ist sie sogar mit vielen Ängsten verbunden.

Auf welche beruflichen Kommunikationsformen während Corona ausgewichen wurde
Auch auf die Kommunikation hatte die Pandemie einen erheblichen Einfluss. Was früher persönlich besprochen werden konnte, muss nun auf einem anderen Weg geschehen. Hier werden Videokonferenzen deutlich bevorzugt: Zwei Drittel wählen diese Kommunikationsform vermehrt seit Corona. Wurden zuvor durchschnittlich 1,2 virtuelle Meetings pro Woche abgehalten, ist die Zahl seit dem vergangenen Jahr auf 5,7 angestiegen. Eine große Mehrheit empfindet die Implementierung dieser Software auch als hilfreich (92,3%). Verstärkt genutzt werden darüber hinaus E-Mails (44,6%) sowie Telefonate (41,5%), um beruflich miteinander zu kommunizieren.

Änderung der beruflichen Kommunikation seit Corona
Videokonferenzen68,5%
E-Mail44,6%
Telefon41,5%
n = 480 | Top-2-Box: deutlich + etwas mehr geworden (5-stufige Skalierung)

Gesetzte Digitalisierungs-Maßnahmen
Und welche Maßnahmen zur Digitalisierung wurden in den heimischen KMUs schon in der Vergangenheit getroffen? Der Großteil der Unternehmen hat bislang in seine Website investiert (79,4%), knapp 6 von 10 machen mittels Social Media Auftritt auf sich aufmerksam. Auch Maßnahmen zur IT-Sicherheit und Datenschutz wurden in vielen Unternehmen bereits implementiert (59,2%).

Link zum Unternehmensprofil von emporia: hier

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