Auch Champions brauchen Fairness: Leitbetriebe fordern politischen Schutz für den Export

Die globalen wirtschaftspolitischen Verwerfungen der vergangenen Monate sorgen für Unruhe bei der zuletzt besonders erfolgsverwöhnten österreichischen Exportwirtschaft: Drohende Strafzölle für wesentliche Teile des US-Geschäfts, die Sorge um den Hoffnungsmarkt Iran und die Verlängerung der Russlandsanktionen trüben die Perspektiven der auf Hochtouren laufenden Industrie etwas ein – für die Politik ist es Zeit zu entschlossenem Handeln, war daher der naheliegende Tenor bei einer Expertendiskussion von Leitbetriebe Austria zum Thema „Export und Wirtschaftspolitik: Welche Entwicklungen sind durch politische Veränderungen zu erwarten?“

Die Gastgeberin der Expertenrunde Monica Rintersbacher, Geschäftsführerin der Leitbetriebe Austria, gab ein trotz der weltpolitischen Turbulenzen insgesamt positives Stimmungsbild unter den österreichischen Leitbetrieben wider: „Wir haben im Vorfeld der Veranstaltung mit zahlreichen unserer Vorbildunternehmen, darunter einige der wichtigsten heimischen Industriebetriebe gesprochen. Trotz der schwierigen Themen Zölle und Sanktionen ist der Optimismus so groß wie schon seit Jahren nicht. Die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Produkte und Dienstleistungen ist exzellent und die Politik, muss nur dafür sorgen, dass die heimischen Unternehmen das, was sie weltweit verkaufen können, auch verkaufen dürfen.“

„Österreichs Wirtschaft ist grundsätzlich glänzend aufgestellt und wir haben  eine außergewöhnlich hohe Anzahl von Hidden Champions im internationalen Vergleich“, betont auch KR Mag. Ursula Simacek, Geschäftsführende Gesellschafterin der SIMACEK Facility Management Group und Vizepräsidentin der Industriellenvereinigung Wien. „Aber auch Champions brauchen faire Bedingungen, um erfolgreich zu sein.“ Und dafür müsse eine abgestimmte europäische Wirtschaftspolitik sorgen. Zuallererst müsse man aber die eigenen Hausaufgaben erledigen –  Unternehmen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter brauchen Rahmenbedingungen, die ein erfolgreiches Arbeiten ermöglichen – Stichwort moderne Arbeitszeitregelungen, qualifizierte Fachkräfte sowie eine Senkung der Abgabenquote. Gleichzeitig  braucht es natürlich faire internationale Wettbewerbsbedingungen, um auf den globalen Märkten zu bestehen. Aktuell gibt es beispielsweise die laufenden Gespräche über ein Investitionsschutzabkommen zwischen China und der EU. Ein erfolgreicher Abschluss ist wünschenswert, um ausgewogene Chancen im Geschäft mit der bald größten Volkswirtschaft der Welt sicherzustellen.“  

Axel Kühner, Vorstandsvorsitzender der Greiner Gruppe, erläuterte wie sich die Sanktionspolitik der USA auf das Geschäft des erfolgreichen Kunststoff- und Schaumstoffproduzenten auswirkt: „Wir haben ein großes US-Geschäft und sehen großes Potenzial im Iran. Momentan stehen wir vor der absurden Situation, peinlich genau darauf achten zu müssen, nur ja nicht zu viel Umsatz im Iran zu machen, um nicht unser US-Geschäft zu gefährden.“ Eine Gegenstrategie könne nur auf europäischer Ebene erfolgreich sein, so Kühner, wobei die österreichische Politik indirekt dennoch sehr wohl für die Chancen der Exportwirtschaft wesentliche Verantwortung trage: „Die Basis für Erfolg im Export ist ein wettbewerbsfähiger Wirtschaftstandort, an dem wir effizient produzieren können und exzellente Fachkräfte finden. Mit diversen Maßnahmen, wie etwa der Flexibilisierung der Arbeitszeiten, ist Österreich da aber auf einem guten Weg.“

Drazen Maloca, verantwortlich für strategische Koordination in der AUSSENWIRTSCHAFT Austria betonte, dass traditionelle Formen der Außenhandelsförderung auch im Zeitalter der digitalisierten Weltwirtschaft große Bedeutung haben, ja geradezu ein Comeback erleben: „In großen und stark wachsenden Wirtschaftsregionen sind Staatsbesuche noch immer wichtige Türöffner und die Chinareise des Bundespräsidenten und von Teilen der Bundesregierung mit einer Wirtschaftsdelegation in Rekordgröße war ein durchschlagender Erfolg, der zahlreichen Unternehmen konkrete Geschäftsabschlüsse bringt. Aktuell arbeiten wir zusammen mit dem Wirtschafts- und dem Außenministerium an einer gemeinsamen Außenwirtschaftsstrategie, die dafür sorgt, dass künftig Schwerpunkte außenpolitischer Aktivitäten noch enger mit unseren ökonomischen Interessen verknüpft werden als bisher und davon kann sich die österreichische Exportwirtschaft einiges erwarten.“

Über SIMACEK
Der Leitbetrieb SIMACEK ist europaweiter Anbieter und das größte österreichische Familienunternehmen im Bereich Facility Management. Höchster Qualitätsanspruch und die jahrzehntelange Erfahrung in der Gebäudebewirtschaftung zeichnen die infrastrukturellen Services wie Reinigung, Hausbetreuung, Schädlingsbekämpfung, Industriekletterer, Sicherheit, Verpflegung, Hygiene, Personalbereitstellung, Technische Services und Grünpflege, aus. Neben einem umfassenden Dienstleistungsangebot setzt sich SIMACEK für die Themen Diversität und Nachhaltigkeit ein. 8.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus über dreißig Nationen in über 40 Städten sind Teil des Erfolges der SIMACEK Facility Management Group.  www.simacek.com

Über die Greiner Gruppe
Die 1868 gegründete Greiner Gruppe mit Sitz in Kremsmünster (Oberösterreich) zählt zu den führenden Unternehmen in der Kunststoff- und Schaumstoffindustrie für die Verpackungs-, Möbel-, Sport- und Automobilindustrie, für die Medizintechnik, den Pharmabereich sowie zu den führenden Herstellern von Extrusionslinien, Werkzeugen und Komplettanlagen für die Profilextrusion. Greiner ist mit über 10.000 Mitarbeitern weltweit an 139 Standorten in 33 Ländern aktiv. www.greiner.com

Über AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA
Die AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA begleitet als Internationalisierungs- und Innovationsagentur mit ihren weltweit über 100 Büros österreichische Unternehmen bei der Umsetzung ihrer internationalen Geschäfte. Die AUSSENWIRTSCHAFT ist durch ihr globales Netzwerk außerdem zu einem internationalen Trendscout bzw. Wissensimporteur für heimische Betriebe geworden. Sie informiert frühzeitig über neue Geschäftsmodelle und Vertriebswege, innovative Bildungskonzepte und Technologietrends. www.aussenwirtschaft.at

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Pressekontakt Leitbetriebe Austria:
M&B PR, Marketing, Publikationen
Thomas Brey, Tel.: 01 233 01 23-15; 0676 542 39 09; brey@mb-pr.at

Fotocredit: © Sabine Klimpt
Titelfoto v.l.n.r.: Axel Kühner (Vorstandsvorsitzender Greiner Group), Ursula Simacek (CEO SIMACEK Facility Management Group), Monica Rintersbacher (GF Leitbetriebe Austria), Klaus van der Bey (Management Consult Hamburg), Drazen Maloca (WKÖ, Aussenwirtschaft Strategische Koordination)

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