vlnr.: Verena Stagl (Rechtsanwältin Schiefer Rechtsanwälte), Daniela Colleoni (People & Culture Director ISS Österreich), Monica Rintersbacher (GF Leitbetriebe Austria), Christian Richter-Schöller (Partner Schiefer Rechtsanwälte), © Leitbetriebe Austria

HR-Breakfast „Entgelttransparenzrichtline“

Beim HR-Breakfast stand mit der Entgelttransparenzrichtlinie ein Thema im Fokus, das Unternehmen aktuell intensiv beschäftigt. Ziel der Veranstaltung war es, sowohl die rechtlichen Rahmenbedingungen als auch konkrete Umsetzungsmöglichkeiten in der Praxis zu beleuchten.

Den rechtlichen Überblick gab Verena Stagl (Rechtsanwältin, Schiefer Rechtsanwälte). Sie erläuterte die zentralen Inhalte der Richtlinie, die bis Juni 2026 in nationales Recht umgesetzt werden muss, sowie deren Ziel, Einkommensunterschiede – insbesondere den Gender Pay Gap – sichtbar zu machen und zu reduzieren. Unternehmen werden unter anderem verpflichtet, transparente und geschlechtsneutrale Vergütungsstrukturen zu schaffen, Gehaltsbandbreiten offenzulegen, Berichtspflichten einzuhalten und Mitarbeitenden Auskunft über Entgeltvergleiche zu geben. Zudem werden die Durchsetzungsmechanismen deutlich verschärft.

Ergänzend gab Daniela Colleoni (People & Culture Director, ISS Österreich) einen kompakten Einblick in die praktische Umsetzung. Sie betonte insbesondere die Notwendigkeit klarer Rollenstrukturen, standardisierter Bewertungssysteme für Positionen sowie transparenter Gehaltsmodelle. Ein zentrales Learning: Die Umsetzung der Richtlinie ist kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess, der laufende Anpassungen erfordert.

Neben den strukturellen Anforderungen wurde die Bedeutung klarer interner Kommunikation hervorgehoben. Führungskräfte spielen eine Schlüsselrolle im Umgang mit steigenden Informationsansprüchen der Mitarbeitenden.

Fazit: Die Richtlinie erfordert Anpassungen in Organisation und Unternehmenskultur. Unternehmen, die sich frühzeitig vorbereiten, schaffen nicht nur Compliance, sondern profitieren auch von mehr Transparenz, Fairness und klareren HR-Strukturen.

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