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Psychologische Auswirkungen der CORONA-Krise auf Ihre Mitarbeiter*innen und wie Sie als Führungskraft diesen begegnen können

40 Jahre Erfahrung & Expertise – Die gemeinnützigen Psychosozialen Zentren gGmbH (PSZ gGmbH) hat 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die an 55 Standorten in Niederösterreich und Wien Menschen mit psychischen Erkrankungen beraten, betreuen und behandeln.

Wir sind Teil des Fachbereiches BI  „Berufliche Integration“. Kompetent und lösungsorientiert unterstützen wir Menschen mit psychischen Erkrankungen à Daniela Schmidt Leiterin Arbeitstraining INDI und Michael Pribyl Kaufm. & Pädag. Leitung Arbeitstraining a.t.z. süd/spillern sind Führungskräfte im Fachbereich BI (Berufliche Integration)

 

Psychologische Auswirkungen der CORONA-Krise auf Ihre Mitarbeiter*innen und wie Sie als Führungskraft diesen begegnen können

Lebenssituationen wie die jetzige erzeugen viele Unsicherheiten, Ängste und Sorgen. Dazu gehört die eigene gesundheitliche Situation und die der Familie und Freund*innen, die finanzielle Sicherheit, der Blick in die Zukunft und die (erlebte) Entbehrung in der Gegenwart. Besonders die Isolation und Quarantäne in den eigenen vier Wänden, stellen eine noch nicht erlebte Herausforderung für viele Menschen dar. Egal, ob alleine in der Wohnung oder mit Partner*in und Kindern – jeder Lebensentwurf birgt seine eigenen Tücken, wenn man auf die Quadratmeter seiner Wohnung beschränkt ist. Je nach gemachten Vorerfahrungen und Persönlichkeitsstrukturen haben ihre Mitarbeiter*innen unterschiedliches Rüstzeug für diese jetzt zu lösenden Herausforderungen mit. Als Führungskraft ist es nun besonders wichtig, herauszufinden wer von Ihren Mitarbeiter*innen belasteter ist und mehr Unterstützung und Führung braucht. Mit den richtigen Interventionen zur rechten Zeit können so gesundheitliche Risiken wie z.B: Erschöpfung, depressive Verstimmungen, Angstattacken abgefangen werden und Sie erhalten die Gesundheit & Leistungsfähigkeit Ihrer Mitarbeiter*innen. Sehen und hören können Sie psychische Belastung bei Ihren Mitarbeiter*innen z.B. durch vermehrte Gereiztheit, Anspannung , Unruhe, Widerstand, Unkonzentriertheit, Schwierigkeiten in der Trennung von beruflichem und privatem, Probleme in der Alltagsbewältigung, Veränderungen im Kommunikationsstil, aber auch untypische Überdrehtheit und gesteigerter Antrieb können Hinweise sein.

Krisenkompetenzen für Führungskräfte
Bewahren Sie Ruhe: Die Anpassung an neue Rahmenbedingungen dauert Zeit und braucht die Möglichkeit schrittweise vorzugehen und eine Herausforderung nach der anderen für sich zu analysieren und Lösungen zu entwickeln. In der Ruhe zu bleiben ist da nicht immer leicht- daher ist es umso wichtiger, dass Sie in diesen Zeiten bewusst Techniken anwenden, die Sie zur Ruhe bringen wie z.B. Pausen machen, Meditationen, Bewegung, Zeit für bewusstes Abschalten.

Zeigen Sie Empathie: Ihre Mitarbeiter*innen sind unterschiedlich gut auf Krisen gerüstet. Finden Sie heraus welche Mitarbeiter*innen im Moment mehr Ansprache, Führung und Rückhalt brauchen. Geben Sie sich und Ihren Mitarbeiter*innen Zeit und Raum um auch über momentane Befindlichkeiten sprechen zu können. Bei größeren Belastungen Ihrer Mitarbeiter*innen kann das Hinzuziehen von Arbeitspsycholog*innen oder Beratungseinrichtungen (wie z.B. ibi) eine Unterstützung für Sie und Ihre Mitarbeiter*innen darstellen. 

Mut zur Entscheidung: In Krisenzeiten werden Entscheidungsprozesse beschleunigt und müssen mit weniger gesicherteren Informationen als im Regelfall von statten gehen. Vertrauen Sie auf Ihre Fähigkeiten gute und rasche Entscheidungen treffen zu können und gehen Sie mit Mut und Zuversicht die Entscheidungsprozesse an.

Lassen Sie Fehler zu: Es gibt kein Skript nach dem diese Krise und die damit verbundenen Entscheidungen ablaufen. Daher seien Sie nachsichtig mit Ihren Mitarbeiter*innen, wenn in Stresssituationen Fehler unterlaufen. Dies gilt auch für Sie und Ihre jetzt notwendigen raschen und konsequenten Entscheidungen. Vielleicht erweisen sich einige davon in der Rückschau als Fehler. Lassen Sie dies zu und leben Sie eine gute Fehlerkultur vor.

Vermitteln Sie Mut und Zuversicht: Ein authentisch vermitteltes Zusammengehörigkeitsgefühl stärkt das Team und erhöht die gegenseitige Loyalität. Unsicherheitsgefühle können so adressiert und abgebaut werden.

Ermöglichen Sie Routinen und Rituale: Diese geben Halt und Sicherheit. Bekannte Abläufe beizubehalten, soweit dies möglich ist, sichert Ihnen auch, dass die Arbeit mit einer etablierten Effizienz weiter geschieht.

Sorgen Sie für eine gute Kommunikation: Das In-Kontakt-Kommen ist durch den Wegfall der persönlichen Kommunikation eingeschränkt worden. Sehen Sie hierzu auch unsere 5 Tipps für eine gelungene Kommunikation mit Ihren Mitarbeiter*innen in Home-office-Zeiten:

  • Etablieren Sie ein konsequentes, regelmäßiges Kommunikationssystem: Führen Sie ein klares System ein, wie Sie weiterhin für Ihre Mitarbeiter*innen erreichbar sind. Wann und auf welchem Wege kann man Sie gut erreichen? Wann sollen /müssen ihre Mitarbeiter*innen für Sie erreichbar sein und wann ist für diese der Arbeitstag aus? Bleiben Sie in gutem Kontakt.
  • Das passende Medium – die Qual der Wahl: Skype, Zoom, Signal, E-Mail etc. – die Möglichkeiten um virtuell in Kontakt zu stehen sind vielfältig. Versuchen Sie das für Sie und Ihr Team passende Kommunikationsmittel zu finden und seien Sie als Führungskraft dort präsent. Der Kontakt zu Ihnen gibt Sicherheit und baut Barrieren und Ängste ab.
  • Machen Sie sich die Situation der Mitarbeiter*innen bewusst: wie leben und arbeiten Ihre Mitarbeiter*innen gerade? Welche privaten und beruflichen Herausforderungen müssen gerade gemeistert werden (Verdachtsfälle, Risikofälle, Familien- und Kinderbetreuung)? Rahmenbedingungen und technische Ausstattung sind hier die Key-Elemente um gutes und effizientes Arbeiten zu Hause zu ermöglichen. Ermitteln Sie, ob Ihre Mitarbeiter*innen Hilfe beim Etablieren einer Arbeits-Infrastruktur brauchen.
  • Ermöglichen Sie informellen Austausch: Überlegen Sie wie Sie trotz Homeoffice und Ferne informellen Austausch ermöglichen können. Dieser ist für den Teamzusammenhalt sehr wichtig. Gemeinsame Mittagessen oder Kaffeepause können zwar nicht in der üblichen Form stattfinden, aber überlegen Sie wie Sie Plattformen für den Plausch dazwischen schaffen können und geben Sie Ihrem Team auch die Möglichkeit sich ohne Sie auszutauschen.
  • Passen Sie Ihren Führungsstil den herrschenden Begebenheiten an: Ihr bisheriger Führungsstil ist möglicherweise nicht zur Gänze remote-tauglich. Was brauchen Sie um Ihre Art zu führen auf die momentanen Herausforderungen anzupassen und weiterzuentwickeln? Nutzen Sie Leitungskolleg*innen für Reflexionen und inspirieren Sie sich gegenseitig.

www.psz.co.at 
Daniela Schmidt / Michael Pribyl

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