Welche Rolle kann Robotik künftig in Unternehmen spielen? Beim Expertentalk „Robotik zwischen Effizienz, Sicherheit und Nachhaltigkeit“ am 30. September 2026 luden Leitbetriebe Austria und die Alfred Kärcher GmbH dazu ein, Potenziale, wirtschaftliche Einsatzmöglichkeiten und die Rolle des Menschen in zunehmend automatisierten Prozessen näher zu beleuchten.
Monica Rintersbacher, Geschäftsführerin von Leitbetriebe Austria, eröffnete die Veranstaltung und betonte die wachsende Bedeutung automatisierter Lösungen für Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit. Gastgeber Michael Rochel, Geschäftsführer der Alfred Kärcher GmbH, rückte anschließend die Frage in den Fokus, unter welchen Voraussetzungen sich Robotik sinnvoll in bestehende Prozesse integrieren lässt und wirtschaftlich rechnet. Besonders im Kontext des Fachkräftemangels sieht er im Einsatz von Robotik ein großes Potenzial.
Robotik als intelligente Ergänzung
Dr. Frank Fuchs, Senior Director Competence Center Robotics bei Alfred Kärcher SE & Co. KG, zeigte in seinem Expertenvortrag aktuelle Entwicklungen und Einsatzmöglichkeiten der Robotik auf. Fachkräftemangel, Effizienz, Qualität und Arbeitssicherheit zählen dabei zu den wesentlichen Treibern.
„Es ist nicht mehr der Mensch gegen die Maschine“, betonte Fuchs. Gerade repetitive und planbare Tätigkeiten können von Robotern übernommen werden, während Mitarbeiter dort eingesetzt werden, wo Flexibilität und Lösungsorientierung gefragt sind. Robotik sei daher nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zu verstehen.
Neue Technologie braucht neue Prozesse
Am Beispiel professioneller Reinigungsrobotik wurde deutlich, dass mit der Technologie auch neue Anforderungen an Unternehmen und Mitarbeiter entstehen. „Die Prozesse müssen neu gedacht werden“, so Fuchs.
Auch in der anschließenden Q&A-Runde stand die organisatorische Integration von Robotik im Mittelpunkt. Vertreter von Flughafen Wien, NOVOMATIC, Der Mann und Markas berichteten dabei von ähnlichen Erfahrungen: Gerade unter Mitarbeitern bestehe zu Beginn häufig Skepsis, insbesondere mit Blick auf mögliche Auswirkungen auf den eigenen Arbeitsplatz. Umso wichtiger sei es, den Einsatz von Robotik als neue Normalität im Unternehmen aktiv zu begleiten. Dazu zählen eine klare Kommunikation über die Rolle der Technologie, angepasste Stellenbeschreibungen sowie Schulungen und die frühzeitige Einbindung der Beschäftigten.
Ann-Christin Döding, Innovation Team Leader bei Markas, brachte die zentrale Herausforderung prägnant auf den Punkt: „Das Wichtigste ist, die Mitarbeiter zu schulen und ihnen nicht einfach einen Roboter hinzustellen.“
Sicherheit und Vernetzung als zentrale Faktoren
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Sicherheit und Datenschutz. Sensorik, Sicherheitszertifizierungen und externe Prüfungen sollen einen sicheren Einsatz autonomer Systeme ermöglichen. Eine praktische Hürde ist etwa die Gebäudetechnik: Roboter können Aufzüge nicht in jedem Gebäude automatisch nutzen, weil die Systeme je nach Hersteller unterschiedlich funktionieren. Auch Alarmanlagen müssen teilweise eigens programmiert werden, damit Roboter nachts autonom arbeiten können.
Darüber hinaus wird künstliche Intelligenz die weitere Entwicklung prägen. Fuchs nannte unter anderem Sprachsteuerung, lernende Systeme, Predictive Maintenance sowie die stärkere Anbindung von Robotern an Gebäudeleit- und Facility-Management-Systeme als zentrale Entwicklungsschritte. Es wurde klar: Erfolgreich wird der Einsatz von Robotik dort, wo Mensch, Technologie und Prozesse gemeinsam weiterentwickelt werden.
FACTBOX: Was jetzt zu tun ist
- Einsatzmöglichkeiten für Robotik gezielt identifizieren
- Wirtschaftlichkeit und Business Case prüfen
- Prozesse bei der Einführung neu denken
- Mitarbeiter frühzeitig einbeziehen und schulen
- Sicherheit und Datenschutz von Beginn an berücksichtigen
- Robotik als Ergänzung menschlicher Arbeit verstehen







