Beim Leitbetriebe Austria-Wirtschaftstalk bei ISS Österreich standen Innovation, unternehmerische Weiterentwicklung und nachhaltiges Wachstum im Mittelpunkt
Wie können Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern, neue Geschäftsfelder erschließen und gleichzeitig Stabilität bewahren? Diesen Fragen widmete sich der Leitbetriebe Austria-Wirtschaftstalk „Stärke. Stabilität. Wachstum.“ am 6. Oktober 2026 im Headquarter von ISS Österreich. Wissenschaftliche Impulse und Einblicke aus der Unternehmenspraxis zeigten, welche Bedeutung Innovationsfähigkeit, strategische Partnerschaften und eine starke Unternehmenskultur für die erfolgreiche Weiterentwicklung von Unternehmen haben.
Monica Rintersbacher, Geschäftsführerin Leitbetriebe Austria, begrüßte die Teilnehmer gemeinsam mit Gastgeber Erich Steinreiber, CEO von ISS Österreich. Sie verwies auf die Bedeutung des praxisorientierten Austauschs und die 2023 von Leitbetriebe Austria gestartete Initiative „Neue Welt der Arbeit“, bei der sich ISS Österreich als Fokusgruppenpartner engagiert. Im Mittelpunkt steht insbesondere die Frage, wie Produktivität gesteigert und gleichzeitig die Interessen von Unternehmen und Beschäftigten berücksichtigt werden können.
Für ISS Österreich stand die Veranstaltung zugleich im Zeichen des 70-jährigen Unternehmensjubiläums. Steinreiber betonte die Bedeutung von Kunden und Mitarbeitern als wichtigste Erfolgsfaktoren und verwies auf die Chancen durch Innovation, Digitalisierung und neue Technologien.
Innovation als Grundlage für langfristigen Erfolg
Den wissenschaftlichen Impuls lieferte Univ.-Prof. Dr. Reinhard Prügl, Leiter des Instituts für Familienunternehmen an der Wirtschaftsuniversität Wien. „Fürs langfristige Überleben einer Organisation ist Innovation eine wirkliche Kernzutat“, erklärte Prügl. Unternehmen müssten sich kontinuierlich erneuern, um ihre Wettbewerbsposition zu halten oder auszubauen.
Für die erfolgreiche Umsetzung von Innovationen identifizierte er drei wesentliche Elemente: Strategie, Unternehmenskultur sowie Prozesse und Werkzeuge. Entscheidend sei, die Verbesserung bestehender Leistungen mit der Entwicklung neuer Angebote und Geschäftsmodelle zu verbinden. Eine besondere Rolle spiele dabei eine Unternehmenskultur, die Offenheit für neue Entwicklungen fördert und Mitarbeitern ermöglicht, Ideen einzubringen.
Auch die Herausforderungen der Unternehmensnachfolge sowie die zunehmende Bedeutung von Kooperationen, Partnerschaften und Unternehmenszukäufen waren zentrale Themen seines Vortrags.
Wachstum und Weiterentwicklung in der Unternehmenspraxis
Wie unternehmerische Weiterentwicklung gelingt, zeigten Erich Steinreiber und Ulrike Kellner-Haslauer, Geschäftsführerin von compact electric, anhand ihrer Unternehmen.
ISS Österreich entwickelte sich von einem kleinen Wiener Reinigungsunternehmen zu einem österreichweit tätigen Dienstleister mit mehr als 7.000 Beschäftigten. Das Unternehmen erweiterte sein Kerngeschäft kontinuierlich und bietet heute ein breites Spektrum an Facility Services, darunter zunehmend technische Dienstleistungen.
Ein wesentlicher Wachstumstreiber sei das Vertrauen langjähriger Kunden. „So sind wir eigentlich gewachsen mit dem Vertrauen der Kunden, die uns etwas zugetraut haben“, erklärte Steinreiber. Als Beispiel nannte er einen Kunden aus der Stahlindustrie, für den ISS ursprünglich Reinigungsleistungen erbrachte und mittlerweile auch die Qualitätskontrolle von Endprodukten übernimmt. Auch gezielte Unternehmenszukäufe tragen zur Erweiterung des Leistungsangebots bei.
Kellner-Haslauer berichtete über die Entwicklung des Familienunternehmens compact electric und den Zusammenschluss mit der Klenk & Meder Gruppe im Jahr 2025. Dieser eröffnete neue wirtschaftliche Möglichkeiten und ermöglichte die Bündelung zusätzlicher Kompetenzen. Dadurch können verschiedene Leistungen aus den Bereichen Elektrotechnik und Gebäudeautomatisierung aus einer Hand angeboten werden. Wichtig war ihr dabei, die Unternehmenskultur zu erhalten und den Mitarbeitern langfristige Perspektiven zu bieten.
Die beiden Praxisbeispiele verdeutlichten, dass strategische Partnerschaften und Unternehmenszukäufe neue Wachstumsmöglichkeiten eröffnen und zur langfristigen Absicherung von Unternehmen beitragen können.
Digitalisierung und Robotik verändern die Arbeitswelt
Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war der zunehmende Einsatz von künstlicher Intelligenz und Robotik. Kellner-Haslauer betonte die Bedeutung sicherer und unabhängiger technologischer Lösungen sowie einer stärkeren Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft. Bei compact electric wird bereits der mögliche Einsatz humanoider Roboter im Verteilerbau geprüft.
Auch ISS Österreich erprobt neue Technologien, darunter den Einsatz von Drohnen zur Fensterreinigung und autonome Reinigungsroboter. Diese sollen Arbeitsabläufe weiterentwickeln und Mitarbeiter bei bestimmten Tätigkeiten unterstützen. „Es wird in unserem Bereich aus meiner Sicht der Mensch immer die wichtigste Ressource bleiben“, betonte Steinreiber. Gleichzeitig würden sich durch den technologischen Fortschritt Berufsbilder und Anforderungen an Mitarbeiter und Führungskräfte verändern.
Der Wirtschaftstalk zeigte damit, dass Innovation, strategische Partnerschaften und die gemeinsame Weiterentwicklung von Menschen und Technologien wesentliche Voraussetzungen für nachhaltiges Wachstum sind. Entscheidend bleibt die Fähigkeit, Veränderungen aktiv zu gestalten und dabei die eigenen Stärken zu bewahren.







