Die 27 Absolventinnen und Absolventen der Pflegeschule der ÖJAB mit Lehrgangsleiter Franz Hundegger (ganz rechts hinten), seinem Stellvertreter Markus Felleitner-Goll (ganz links hinten), Assistentin Theresa Antl (direkt vor ihm) und Stv. ÖJAB-Geschäftsführerin Monika Antl-Bartl (in der Mitte) / Copyright: ÖJAB

Pflegeausbildung in der Pandemie: Die ersten 27 erfolgreichen Abschlüsse

Die vor einem Jahr im Lockdown gegründete Pflegeschule der ÖJAB hat die ersten AbsolventInnen hervorgebracht.

Am 27. 10. 2021 traten die ersten 27 Absolventinnen und Absolventen der Pflegeschule der ÖJAB – Österreichischen Jungarbeiterbewegung zur kommissionellen Abschlussprüfung an. Alle 27 haben bestanden, acht von ihnen sogar mit Auszeichnung. In einer feierlichen Zeremonie wurden ihnen am 29. 10. 2021 im Europahaus Wien die Zeugnisse überreicht. Alle 27 AbsolventInnen haben bereits eine fixe Arbeitsplatzzusage.

Vor einem Jahr, mitten im Lockdown der Coronavirus-Pandemie, hatte die ÖJAB die Pflegeschule in der Storchengasse 1, 1150 Wien gegründet. Denn wie auch andere Trägerorganisationen der stationären und mobilen Pflege ist die ÖJAB mit einem Mangel an Pflegefachkräften konfrontiert.

In einer Zeit, in der Schulen und Universitäten zu Fernunterricht gezwungen waren, ist es eine Herausforderung gewesen, das Pflegen von Menschen zu üben und zu vermitteln, schildert DGKP. Monika Antl-Bartl, MSc, Stv. Geschäftsführerin der ÖJAB und Leiterin des Bereichs Pflege: „Wir haben uns gut und sehr flexibel organisiert. Den Theorie-Unterricht hielten wir während der Lockdown-Zeit über Video ab. Sobald wir wieder persönlich zusammenkommen durften, trafen wir uns sofort zu praktischen Übungen etwa mit der Pflegepuppe oder am Übungsbett. Es hat funktioniert, weil es alle wirklich wollten. Die besondere Situation hat uns zusammengeschweißt. Dass nun alle die kommissionelle Abschlussprüfung bestanden haben, ist ein großer Erfolg.“

Der nächste einjährige ÖJAB-Lehrgang zur Pflegeassistenz startet mit 2. November 2021. Es gab 350 Interessierte, 167 von ihnen traten zur Aufnahmeprüfung an und 90 bestanden sie. Die besten von ihnen erhielten einen der 30 vorhandenen Ausbildungsplätze. Der einjährige Vollzeit-Lehrgang beinhaltet pflegerisches und medizinisches Fachwissen, garantierte Praktika, innovative Module wie Ernährungsberatung und Beziehungsgestaltung und eine anschließende Arbeitsplatzgarantie. Arbeitsmarktpolitische Förderungen und zukünftige Arbeitgeber decken die Lehrgangskosten von 6.290,- Euro pro Person großteils ab.

Für die Zukunft plant die ÖJAB aufgrund der großen Nachfrage mehrere parallele Lehrgänge sowie Wiederauffrischungskurse für BerufsrückkehrerInnen und Unterstützung für pflegende Angehörige.

Nach einer internen Analyse der ÖJAB wird Österreich in den nächsten zehn Jahren 120.000 neue Pflegekräfte benötigen. „Mit unserer Pflegeschule bilden wir Menschen in einem Mangelberuf aus und geben ihnen damit sehr gute berufliche Zukunftschancen. Es war die richtige Entscheidung, damit zu beginnen, trotz der schwierigen Rahmenbedingungen“, meint Monika Antl-Bartl.

Die ÖJAB ist eine gemeinnützige, unabhängige NGO, die Studierendenwohnheime, Pflegewohnhäuser und Hauskrankenpflege betreibt und in der Berufsausbildung und Entwicklungszusammenarbeit tätig ist. 650 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind an 38 Standorten in Österreich beschäftigt.

Link zum Unternehmensprofil von der Österreichischen Jungarbeiterbewegung: hier

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