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SPS Technik GmbH – Künstliche Intelligenz aus dem eigenen Haus

Wie ein Sondermaschinenbauer aus St. Valentin seine KI selbst gebaut hat — und warum

Als Ende 2025 klar wurde, dass Künstliche Intelligenz auch im industriellen Mittelstand ankommen würde, stand bei SPS Technik die naheliegende Frage im Raum: welches fertige Produkt kaufen wir ein? Die Antwort fiel anders aus als erwartet. Seit Dezember 2025 entsteht eine eigene Plattform: entwickelt im Haus, betrieben im Haus, und aktuell stufenweise über alle Abteilungen ausgerollt.
Der Grund dafür ist weniger technischer als grundsätzlicher Natur. Fertige Lösungen sind auf allgemeine Büroarbeit zugeschnitten. Ein Sondermaschinenbauer arbeitet aber mit Konstruktionsdaten, Kalkulationen, Normen und Projektunterlagen — und wer eine fremde Plattform einsetzt, richtet seine Abläufe nach deren Möglichkeiten aus, nicht umgekehrt. Eine eigene Entwicklung dreht dieses Verhältnis um.

Hybrid statt entweder-oder
Die Plattform arbeitet hybrid, ein Teil der Verarbeitung läuft direkt im Haus. Auf einem Server im eigenen Netzwerk, auf Hardware, die preislich im Bereich eines gut ausgestatteten Arbeitsplatzrechners liegt. Dokumente zusammenfassen, Texte klassifizieren, Sprache in Text umwandeln: für solche Aufgaben braucht es kein Rechenzentrum.
Für anspruchsvollere Aufgaben greift die Plattform auf externe Modelle zu. Der Unterschied zur Standardlösung liegt in der Wahlfreiheit: Es lässt sich gezielt festlegen, welches Modell eine Anfrage bearbeitet und in welchem Rechenzentrum das geschieht. Diese Entscheidung trifft das Unternehmen, nicht der Anbieter.

Angebunden an das, womit gearbeitet wird
Die Plattform ist mit den Systemen verbunden, in denen die tägliche Arbeit stattfindet: mit dem ERP und mit den E-Mail-Postfächern. Damit lassen sich Projekt- und Auftragsdaten auswerten, Korrespondenz aufbereiten und wiederkehrende Abläufe unterstützen, ohne dass Mitarbeitende zwischen Programmen wechseln müssen.
Dabei gilt eine feste Regel: Lesen darf die Plattform selbstständig, Schreiben nie. Jede Änderung an einem Datensatz, jede Buchung, jede ausgehende Nachricht wird vorgeschlagen und muss von einem Menschen bestätigt werden. Die KI bereitet vor, entschieden wird von Mitarbeitenden — auch weil die Verantwortung für ein Ergebnis nicht an ein System delegierbar ist.
Ein Nebeneffekt, der sich in der Praxis als wichtiger erwiesen hat als gedacht: Jede Anfrage ist nachvollziehbar protokolliert, und die entstehenden Kosten sind pro Anwendung sichtbar. KI-Nutzung wird damit steuerbar wie jeder andere Betriebsmittelverbrauch: kein offener Posten, sondern eine kalkulierbare Größe.

Vom Werkzeug zum Fachassistenten
Der nächste Schritt geht über allgemeine Büroaufgaben hinaus. Derzeit entstehen Anwendungen für das Kerngeschäft: Unterstützung in der Projektabwicklung und bei der sicherheitstechnischen Risikobeurteilung von Maschinen — jenem Prozess, der jeder CE-Kennzeichnung zugrunde liegt. Dafür werden die eingesetzten Modelle gezielt auf die Fachsprache und die Normenwelt des Sondermaschinenbaus trainiert.

Technik ist die eine Hälfte
Die andere sind die Menschen, die damit arbeiten. Parallel zur Plattform entstand eine interne KI-Grundlagenschulung: Was kann diese Technologie, was nicht, woran erkennt man eine falsche Antwort, welche Daten gehören nie in ein öffentliches System. Nicht als Pflichtübung, sondern weil ein Werkzeug nur so gut ist wie das Urteil dessen, der es bedient.

Was daraus folgt
Der Weg über eine eigene Entwicklung ist nicht für jedes Unternehmen der richtige. Er zeigt aber, dass die häufigste Begründung gegen KI im Mittelstand (zu teuer, zu komplex, zu weit weg vom eigenen Geschäft) so pauschal nicht stimmt.
Entscheidend ist nicht die Größe des Modells, sondern die Frage, welche Aufgabe damit tatsächlich gelöst werden soll.

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