Kristina Knezevic, © RAFAELA PROELL

Ein Jahr Corona-Pandemie: „Du bist noch gemutet“ – Homeoffice als prägendste Konsequenz der Krise

Seit März 2020 bestimmt die Corona-Pandemie sowohl unser privates Leben als auch unseren Arbeitsalltag. Das eigene Zuhause ist Büro, Schule und Restaurant zugleich – Homeoffice, Homeschooling und Videocalls sind seit einem Jahr tägliche Realität in Österreichs Haushalten.

XING, das führende berufliche Netzwerk im deutschsprachigen Raum, hat seine Mitglieder im Rahmen des Corona-Barometers zu ihrer Stimmung und zur aktuellen Arbeitssituation befragt.

Rund 84 Prozent der Befragten XING Mitglieder in Österreich arbeiten ein Jahr nach Ausbruch der Pandemie zum Teil oder ausschließlich im Homeoffice. Für rund 60 Prozent der befragten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gilt die Tatsache, dass das Unternehmen erstmals bzw. mehr Homeoffice als vor der Krise erlaubt, als prägendste Konsequenz der Corona-Krise im Arbeitsalltag. „Wir sehen hier ganz stark, dass die Corona-Krise einen Paradigmenwechsel und ein rasches Umdenken – um nicht zu sagen einen Crashkurs in Flexibilität – in der Arbeitswelt bewirkt hat“, so Kristina Knezevic, Country Managerin XING Österreich.

Ein Recht auf Homeoffice sollte es laut XING Umfrage dennoch nicht geben, nur 15 Prozent der befragten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer fordern dies. Der Großteil der Befragten (47%) ist der Meinung, die Entscheidung über Homeoffice sollte im Einvernehmen bzw. auf Basis einer Betriebsvereinbarung getroffen werden.

Homeoffice findet nicht auf der Couch statt
Zu Beginn der Pandemie hatten bereits 54 Prozent der befragten Österreicherinnen und Österreicher einen eigenen Arbeitsraum für ihr Homeoffice, mehr als ein Fünftel hat den Küchen- oder Esstisch zum Arbeiten genutzt und mehr als 7 Prozent haben beschlossen, dass Büro ist, wo sie sind. Nur rund 2 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verlegten zu Beginn der Pandemie ihr Homeoffice auf die Couch.

Ein Jahr nach Ausbruch der Pandemie ist die Zahl jener, die auf der Couch arbeiten, weiter gesunken. Beinahe zwei Drittel haben sich ein eigenes Homeoffice in einem separaten Raum eingerichtet und der Küchentisch als Arbeitsplatz ist ähnlich beliebt wie zu Beginn der Pandemie. Flexible Arbeitsorte sind für mehr als 8 Prozent die perfekte Homeoffice Lösung.

„Du bist noch gemutet“: Homeoffice-Satz der Pandemie
Die – mit dem Homeoffice einhergehenden – veränderten Arbeitsweisen haben auch die Kommunikation verändert. Der Großteil der Befragten in Österreich (ca. 41%) gab an, täglich ein bis zwei Videokonferenzen zu haben.

Einer der wohl häufigsten Sätze in einer Videokonferenz ist „Du bist noch gemutet“ – und wurde daher von 27 Prozent der befragten österreichischen XING Mitglieder als Homeoffice-Satz der Pandemie gewählt, gefolgt von „Seht ihr meinen Bildschirm?“ (23%) auf Platz zwei. Für rund 17 Prozent ist „Könnt ihr mich hören?“ der Homeoffice-Satz der Pandemie und damit auf dem dritten Platz. 

Auch der Satz „Warte kurz, der Bote klingelt an der Tür, ich mache kurz auf“ – immerhin auf Rang 4 des Homeoffice-Satz-Rankings – ist ein Zeichen dafür, dass sich mit der Pandemie der gesamte Lifestyle geändert hat.

Katzen, Kinder, virtuelle Weihnachtsfeiern, halbnackte Gesprächspartner gehörten für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu den lustigsten – und manchmal auch peinlichsten – Erlebnissen während Videomeetings im letzten Jahr – so ihre Angaben im Rahmen des XING Corona Barometers.

Übrigens: Neben dem Homeoffice wird den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern die Gewichtszunahme – immerhin mehr als ein Drittel hat im letzten Jahr zugenommen – als Pandemieerinnerung bleiben.

Hybride Arbeitsmodelle der Zukunft: konzentriertes Arbeiten im Homeoffice, persönlicher Austausch im Büro
Rund 42 Prozent der befragten österreichischen XING Mitglieder sind überzeugt, im Homeoffice mehr als im Büro zu arbeiten. 

Konzentriertes Arbeiten im Homeoffice fällt mehr als zwei Drittel der Befragten leichter, Brainstorming im Team gelingt gar nicht im Homeoffice. Die viel zitierte Hypothese, das Homeoffice bremse die Kreativität bestätigen die XING Mitglieder nicht: Mehr als vier von zehn Befragten präferieren das Homeoffice, wenn es um die Entwicklung von eigenen Ideen geht.

Ein gesundes Mittagessen klappt hingegen für mehr als die Hälfte der befragten XING Mitglieder im Homeoffice besser. Wenig überraschend: Für den persönlichen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen präferiert die Mehrheit der Befragten nicht digitale Tools, sondern das Büro (77%).

„Homeoffice ist gekommen, um zu bleiben, denn Berufstätige wollen sich nach der Pandemie diese Freiheit nicht mehr nehmen lassen. Die Arbeitsmodelle der Zukunft sind also hybrid: Konzentriertes und produktives Arbeiten im Homeoffice und persönlicher Austausch am Arbeitsplatz wechseln sich – ganz nach den individuellen Bedürfnissen – ab. Diese flexiblere Verteilung wird uns und unseren Arbeitsalltag schöpferischer und leistungsfähiger machen“, so Kristina Knezevic abschließend.

Übrigens: Ganz allgemein geht es den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Österreich, ein Jahr nach Beginn der Pandemie, in ihrem Arbeitsalltag besser als mancher denken würde: rund 65 Prozent geben bei der aktuellen Umfrage im Rahmen des XING Corona Barometers an, dass es ihnen in ihrer aktuellen Situation gut oder sehr gut geht.

Link zum Unternehmensprofil von Xing: hier

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