Delegationsreise nach Antwerpen und Brüssel: Schlüsselindustrien stärken, Bürokratie abbauen und faire Wettbewerbsbedingungen sichern
Im Rahmen einer gemeinsamen Delegationsreise vom 11. bis 14. Oktober 2026 nach Antwerpen und Brüssel suchten Leitbetriebe Austria und der Verband der Bahnindustrie den direkten Austausch mit hochrangigen Vertretern europäischer Institutionen und Wirtschaftsorganisationen. Im Mittelpunkt standen die Wettbewerbsfähigkeit Europas, der Abbau bürokratischer Hürden und die Frage, wie sich industrielle Wertschöpfung und technologische Eigenständigkeit langfristig sichern lassen.
„Europa verfügt über enormes wirtschaftliches und technologisches Potenzial. Entscheidend ist, dass wir dieses auch nutzen. Unsere Unternehmen brauchen Planungssicherheit, raschere Verfahren und eine Industriepolitik, die Eigeninitiative fördert, statt sie durch überbordende Regulierung einzuschränken.“, betont Monica Rintersbacher, Geschäftsführerin von Leitbetriebe Austria.
Europe First: Europäische Industrie gezielt stärken
Ein besonderer Höhepunkt der Delegationsreise war die Übergabe des VBI-Positionspapiers „Europe First“ an Andreas Schieder, Mitglied des Europäischen Parlaments und Vorsitzender des Rail Forum Europe. Damit brachte der Verband der Bahnindustrie konkrete industriepolitische Forderungen unmittelbar in den Entscheidungsprozess ein. Im Zentrum stehen faire internationale Wettbewerbsbedingungen, die stärkere Berücksichtigung europäischer Wertschöpfung bei öffentlichen Vergaben sowie die strategische Bedeutung der Bahnindustrie für Europas technologische Souveränität. Das Positionspapier wurde vom Vergaberechtsexperten Martin Schiefer erarbeitet.
„Europe First bedeutet nicht Abschottung, sondern faire Spielregeln. Bei öffentlichen Infrastrukturinvestitionen müssen neben dem Preis auch Qualität, Versorgungssicherheit und langfristiger Nutzen berücksichtigt werden. Damit sichern wir industrielle Kompetenz, hochwertige Arbeitsplätze und technologische Eigenständigkeit“, erklärt Anil W. Rai, Geschäftsführer Verband der Bahnindustrie.
Weniger Bürokratie, mehr unternehmerischer Handlungsspielraum
Das Dialogprogramm in Brüssel umfasste Gespräche mit hochrangigen Vertretern europäischer Institutionen, politischen Entscheidungsträgern und Wirtschaftsorganisationen zu unterschiedlichen wirtschaftspolitischen Themen:
- Karl Nehammer, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank – Finanzierung strategischer Investitionen und zukunftsweisender Infrastrukturprojekte.
- Lukas Mandl, Mitglied des Europäischen Parlaments – europäische Souveränität und strategische Handlungsfähigkeit Europas.
- Alexander Winterstein, Kabinettschef von EU-Kommissar Magnus Brunner – europäische Entscheidungsprozesse und politische Schwerpunktsetzungen.
- Michael Wimmer, Direktor im Generalsekretariat der Europäischen Kommission – Bürokratieabbau, Vereinfachung von Regulierung und Förderung der Wettbewerbsfähigkeit.
- Asdin El Habbassi, Senior Policy Advisor bei BusinessEurope – Prioritäten der europäischen Wirtschaft zur Stärkung des Industriestandorts und Verbesserung der wirtschaftspolitischen Voraussetzungen für Betriebe in Europa.
- Victor Vaugoin, Leiter des Verbindungsbüros des Landes Niederösterreich in Brüssel – Regionalpolitik und wirtschaftliche Interessenvertretung auf EU-Ebene.
- Horst Heitz, Vorsitzender des Lenkungsausschusses von SME Connect – Rahmenbedingungen für kleine und mittlere Unternehmen sowie Stärkung des Binnenmarkts.
- Enno Wiebe, Generaldirektor des europäischen Bahnindustrieverbands UNIFE – internationale Marktentwicklungen, Wettbewerbsbedingungen und Zukunftsperspektiven der europäischen Bahnindustrie.
- Jürgen Meindl, österreichischer Botschafter in Belgien und Ständiger Vertreter Österreichs bei der NATO – internationale Sicherheits- und Verteidigungspolitik sowie geopolitische Herausforderungen für Europa.
- Franz Wirtenberger, Stellvertretender Ständiger Vertreter Österreichs bei der Europäischen Union – österreichische Interessenvertretung auf EU-Ebene, Gesetzgebungsprozesse und politische Entscheidungsfindung.
- Theresa-Sophie Stiegler, Kabinettsmitglied von EU-Kommissionsvizepräsident Stéphane Séjourné – Industriestrategie, Stärkung des Binnenmarkts und Marktposition der Industrie.
- Cornelia Reibach-Stambolija, Wirtschaftsdelegierte – internationale Wirtschaftsbeziehungen, Außenwirtschaft und Unterstützung österreichischer Unternehmen am Markt.
- Marie-Therese Ettmayer, Leiterin der EU-Repräsentation der Wirtschaftskammer Österreich in Brüssel – wirtschaftspolitische Interessenvertretung, europäische Regulierung und Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit heimischer Betriebe.
Die Gespräche machten deutlich, wie wichtig praxisgerechte gesetzliche Vorgaben, der Abbau von Doppelregulierungen und effizientere Entscheidungsprozesse für einen leistungsfähigen europäischen Binnenmarkt sind.
Ergänzend zum politischen Dialog bot ein Besuch des Hafens Antwerpen-Brügge, des zweitgrößten Seehafens Europas, gemeinsam mit Honorarkonsul Edwin Moehlig interessante Einblicke in einen der wichtigsten Logistik- und Wirtschaftsstandorte Europas.
Gemeinsam Europas Zukunft gestalten
Die Delegationsreise unterstrich die Bedeutung des direkten Dialogs zwischen Wirtschaft und europäischen Entscheidungsträgern. Ein aktuelles Signal setzt auch die von Österreich auf den Weg gebrauchte „Made in Europe“-Deklaration, die eine stärkere Berücksichtigung regionaler Wertschöpfung bei öffentlichen Investitionen und Beschaffungen unterstützt und damit zentrale Anliegen des VBI-Positionspapiers aufgreift.
Leitbetriebe Austria und der Verband der Bahnindustrie setzen sich gemeinsam dafür ein, Erfahrungen und Anforderungen der Unternehmen gezielt in die europäische Politikgestaltung einzubringen. Entscheidend ist nun, aus politischen Zielsetzungen konkrete, praxistaugliche Maßnahmen abzuleiten, die Investitionen erleichtern, Innovationen fördern und den Wirtschaftsstandort Europa nachhaltig absichern.
Über den Verband der Bahnindustrie in Österreich (VBI)
Der Verband der Bahnindustrie in Österreich (VBI) ist die größte Interessenvertretung der österreichischen Schienenzulieferindustrie. Er vertritt rund 60 Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Fahrzeugherstellern und Komponentenlieferanten über Systemtechnik bis hin zu Digitalisierung und Service. Gemeinsam engagieren wir uns für faire Wettbewerbsbedingungen, Innovationsförderung, Nachhaltigkeit und eine starke industrielle Basis für den Bahnstandort Österreich. Damit leisten wir einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen der Mobilitäts- und Klimawende – mit österreichischen Innovationen. www.bahnindustrie.at










